#reisen: 4 Strände in Nordholland – für alle, die Sehnsucht nach Meer haben

Foto: Alex Radelich on Unsplash

In Corona-Zeiten ans Meer zu fahren war etwas ganz Besonderes für uns. Da unser Hotel nicht direkt an der Küste war, sondern etwa 20 Autominuten von verschiedenen Küstenorten entfernt lag, hatten wir die freie Auswahl, an welchen Strand wir fahren. Und natürlich haben wir so einige durchgetestet. :)

Auch wenn es jetzt schon deutlich herbstlicher ist, waren wir vor gut zwei Wochen zur absoluten Hauptsaison da, das heißt, das Bild, das ich hier aufzeige, ist ein Hochsommerliches. Hier möchte ich Euch erzählen, welcher der vier von uns besuchten Strände mir am besten gefallen hat – und welche Eindrücke ich unterwegs sammeln konnte. Dabei möchte ich die jeweiligen Strände nach den Kriterien

  • Schönheit
  • Sauberkeit
  • Schattenmöglichkeiten
  • Auslastung
  • Zugänglichkeit
  • Gastronomie und
  • Parkplätze

bewerten. Falls Ihr Ergänzungen habt oder einen der Strände selbst schon mal besucht habt, freue ich mich über Kommentare.

Bergen aan Zee

Unserem Hotel in Heerhugoward am nächsten gelegen war Bergen aan Zee. Der kleine Küstenort gehört zum etwas weiter im Landesinneren gelegenen und durchaus noblen Bergen und wurde Anfang des 20. Jahrhunderts als Seebad für die Gemeinde angelegt. Zu finden sind in Bergen aan Zee vor allem Hotels und Restaurants, aber auch ein Meeresmuseum.

Schönheit: Ein langer Sandstrand, sanfte, grün bewachsene Dünen und bunte Strandhäuschen, die sich in Reihen aneinanderschmiegen und die man tageweise mieten kann – es ist hübsch in Bergen aan Zee.

Sauberkeit: Sehr sauber, auch hinter den Häuschen, wo ich mich zum Umziehen hinverzogen habe. ;)

Schattenmöglichkeiten: Für Geld ja. Ansonsten leider sehr, sehr spärlich. Wir saßen neben einer ausrangierten Baggerschaufel im Schatten der Strandhäuschen, andere Familien haben sich unter (!) den Klocontainer verkrümelt.

Auslastung: An einem sehr schönen Hochsommer-Sonntag zu etwa 80 Prozent ausgelastet, würde ich sagen. Die Strandbars waren voll, aber am Strand selbst war noch Platz – und auch ins Wasser konnte man mit ausreichend Abstand zu anderen Menschen.

Zugänglichkeit: Gut, mehr oder weniger ebenerdig mit ganz leichter Steigung. Wir haben sogar eine alte Dame gesehen, die von ihrer Familie in einem speziellen Strand-Rollstuhl über den Sand geschoben wurde.

Gastronomie: Ich erinnere mich bewusst an drei Strandbars, die alle Getränke und Essen angeboten haben. An einem kleinen Kiosk direkt am Eingang des Strandes bekommt man gekühlte Dosengetränke und Snacks.

Parkplätze: Waren an dem hochsommerlichen Sonntag alle voll. Aber es gibt viele entlang der Straße (mit Parkschein!) – und die Fluktuation ist hoch, so dass man mit etwas Suchen schon einen findet.

Ich finde: Ein schöner Strand mit entspannter Atmosphäre. Wer an einem heißen Tag Schatten braucht, bringt sich am besten selbst einen Schirm mit oder legt sich entsprechend Geld für einen Mietschirm bereit.

Egmond aan Zee

Aussicht auf Egmond aan Zee vom Riesenrad aus – nach Sonnenuntergang. Foto: privat

Entlang der Küste reihen sich Hotels aneinander, an warmen Tagen wälzen sich Blechlawinen durch die Straßen. Egmond bietet einen hübschen Strand mit hellem Sand sowie eine direkt gegenüber anschließende Fußgängerzone mit vielen Restaurants und Geschäften. Außerdem gibt es direkt an der Strandpromenade ein Riesenrad, von dem aus man einen spektakulären Blick auf Strand und Meer hat.

Schönheit: Ein hübscher Strand und deshalb sehr beliebt.

Sauberkeit: Sehr sauber.

Schattenmöglichkeiten: Kann ich nicht ganz so gut beurteilen, da wir hier nur zum Sonnenuntergang waren. Aber ich habe Strandkörbe gesehen und kleine Strandhäuschen. Sonnensegel oder ähnliches sind mir nicht begegnet.

Auslastung: Sehr voll – und sehr touristisch.

Zugänglichkeit: Relativ barrierefrei. Der Zugang zum Strand ist eine langgezogene, leicht abfallende Rampe.

Gastronomie: Gibt es am Strand vereinzelt und in der Fußgängerzone gegenüber jede Menge. Unbedingt beachten: Die Restaurants schließen dort und auch anderswo in der Regel um 22 Uhr. Deshalb gab es für uns, weil wir sehr spät dran waren, Pizza to go, die im Dunkeln am Strand verspeist wurde. War aber auch ein Erlebnis. :)

Parkplätze: Schwierig. Es gibt zwar einiges an Parkkapazität, doch weil Egmond bei Touristen sehr beliebt ist und viele Hotelgäste mit dem Auto anreisen, ist es selbst abends noch schwierig, einen Parkplatz zu finden. Mit etwas Geduld wird man aber irgendwann fündig.

Ich finde: Durch die vielen Hotels direkt am Strand ist es in Egmond sehr belebt. Dort Urlaub machen würde ich aber nicht, dafür ist es mir zu voll zur Hauptsaison. Der Strand ist sehr schön und die Aussicht vom Riesenrad aufs Meer toll, das kann ich nur empfehlen.

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Zandvoort

2018 war ich im November für eine ganze Woche alleine in Zandvoort – und habe die Einsamkeit und den Blick aufs wilde, leere Meer sehr genossen. Auch im Frühjahr war ich schon zweimal dort und fand es immer toll. Doch ein komplett anderes Bild bot sich uns jetzt, nämlich vollgestopfte Strandbars und eine abends völlig überlaufene Fußgängerzone, in der die Luft stand. Der Tag, an dem wir dort waren, war wohl der heißeste der ganzen Woche, vielleicht habe ich es deshalb als sehr extrem dort empfunden. Aber Zandvoort hat mir diesmal von allen Stränden am wenigsten gefallen.

Volles Zandvoort. Foto: privat

Schönheit: Geht so. Der Strand ist lang und hell und tief, aber die Strandpromenade hat etwas Brutales, irgendwie Ostblock-mäßiges. Das liegt an den hässlichen Hotel- und Wohnungsbunkern aus den 60er Jahren, die in unmittelbarer Nähe zum Casino direkt an die Küste gebaut wurden. Manche davon stehen leer, was dem Ganzen ein bisschen Grusel verleiht – gemeinsam mit dem Wachturm (oder Leuchtturm?), der sich über die Promenade erhebt. Geht man die Straße etwas weiter entlang, kommen aber kleine, normale und bald darauf auch sehr schöne Häuser mit Blick aufs Meer.

Sauberkeit: Sauber, aber durch die große Menge der Menschen an diesem Tag nicht hundertprozentig. Das ist aber auch okay, ich habe den Strand in Zandvoort wie gesagt schon mit deutlich weniger Menschen zu verschiedenen Jahreszeiten gesehen und fand es immer schön sauber.

Schattenmöglichkeiten: Nur gegen Bezahlung.

Auslastung: Zur Ferienzeit extrem voll. Zandvoort ist Amsterdams Stadtstrand und per S-Bahn gut angeschlossen, von daher fahren die meisten von Amsterdam wahrscheinlich dorthin.

Zugänglichkeit: Zum Strand geht es über Treppen und ziemlich steile Rampen.

Gastronomie: Eine Strandbar reiht sich an die nächste, so gut wie alle sind sehr schön gemacht. Außerdem bieten Kiosk-Trucks zur Hauptsaison direkt unten am Strand Getränke, Eis und Snacks an. Gegenüber der Treppe beginnt die Fußgängerzone mit diversen Restaurants und Geschäften.

Parkplätze: Gibt es, mit ein bisschen Glück findet man sogar in direkter Nähe zum Strand etwas. Höchstparkdauer ist zwei Stunden – und gerüchteweise ist die holländische Polizei da sehr streng. Außerdem hat das Casino ein Parkhaus.

Mein Fazit: Zandvoort brauche ich zur Hauptsaison im Hochsommer nicht nochmal. Im Winter oder Frühjahr aber ein sehr nettes, normales und entspanntes Küstenörtchen.

Callantsoog

Sehr gefallen hat mir der wunderschöne Strand von Callantsoog. Ganz heller, feiner Sand, jede Menge Schatten, eine gute, fast alternative Stimmung, gepaart mit einer edlen Sylt-Atmosphäre – hierher komme ich gerne wieder.

Die Dünen von Callantsoog. Foto: Evgeni Tcherkasski on Unsplash

Schönheit: Sehr, sehr schön. Man holpert eine kleine Straße entlang auf den von weitem sehr klein aussehenden Ort Callantsoog. Das Ganze hat etwas Skandinavisches irgendwie, sehr clean und unaufgeregt. Der Aufgang zum Strand ist zwischen den Dünen versteckt. Alles ist sehr ruhig, sehr entschleunigt, sehr inselartig und still. Urlaubsfeeling pur.

Sauberkeit: Nahezu makellos.

Schattenmöglichkeiten: Grandios. Am Strand von Callantsoog stehen die Beachbars auf Stelzen, darunter gibt es Schatten satt für alle, die wie ich in der Sonne sofort rot werden – und zwar absolut gratis. :)

Auslastung: An einem heißen Tag beliebt, aber nicht überlaufen.

Zugänglichkeit: Um zum Strand zu kommen, muss man einen steilen Weg die Düne hinauf und auf der anderen Seite wieder hinunter. Mit einer Strandtasche in der Hand ist das gut zu schaffen, mit einem Rollstuhl oder einem Kinderwagen sicher eine ziemliche Herausforderung.

Gastronomie: Es gibt verschiedene Beach-Bars, aber auch einen kleinen Kiosk, an dem man sich mit Pommes, Eis und gekühlten Getränken zu moderaten Preisen eindecken kann.

Parkplätze: Unglaublich – auf dem Parkplatz mitten in den Dünen von Callantsoog parkt man gratis.

Ich finde: Callantsoog ist ein kleines Juwel in Nordholland. Auch wenn der Ort selbst dem Tourismus seinen Tribut zollt, ist die Gegend rund um den dünigen Strand einfach toll, um mal so richtig runterzukommen und abzuschalten. Für mich ist Callantsoog der klare Favorit unseres Strand-Trips.

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