Umzug, Corona und mehr – Überforderung ahead

Foto: Karl Egger auf Pixabay

Vorhin habe ich für die Arbeit ein Bild von einem verschneiten Wald herausgesucht. Und habe dieses hier gefunden. Beim Anblick des Schnees, der Bäume und vor allem beim Anblick des Lichts, das durch die kahlen Äste fällt, merkte ich plötzlich: Ich. Kann. Nicht. Mehr.

Irgendwie ist mir gerade alles zu viel. Und nicht nur, weil ich gerade besonders empfindlich bin. Sondern weil es auch objektiv gesehen einfach viel ist. Wir ziehen in weniger als zwei Wochen um – aus unserer Wohnung, in der wir zehn Jahre gewohnt haben. Natürlich ist da viel zu tun, alles muss eingepackt, aussortiert und vorbereitet werden. Aber das allein ist es ja nicht. Für mich als Hypersensibelchen hängt da so viel dran. Meinen privaten Raum aufzugeben, meinen intimsten Rückzugsort – da fährt meine Seele gerade Achterbahn.

Dazu kommt, dass unser geliebter Kater am vergangenen Samstag gestorben ist. Björn hatte ihn 17 Jahre, ich habe zwölf Jahre mit ihm zusammengelebt und kenne Björn überhaupt nicht ohne seinen Tiger. Das ist für uns beide sehr, sehr schwer und da fließen auch viele Tränen. Irgendwie macht es auch das Thema Umzug für mich schwerer, denn natürlich habe ich uns in unserer neuen Wohnung mit unseren beiden Katzen wohnen sehen. Für uns ist ein Teil unserer Familie gestorben. Und die Trauer darum erschöpft uns.

Und dann ist da noch Corona. Diverse Streitigkeiten in meinem Umfeld. Liebe Menschen, die im Krankenhaus sind und die ich nicht besuchen kann, und liebe Menschen, die Angehörige verloren haben und für die ich da sein möchte. Es ist eine schwierige Zeit für uns alle, aber wenn dann noch private Schicksalsschläge dazu kommen, kann man sich davon schon mal überwältigt fühlen.

Und weil mir das gerade so geht – und ich ein bisschen Angst davor habe, dass noch mehr dazu kommt – gibt es heute auch keine Tipps oder sonstwas. Sondern einfach nur dieses schöne Bild vom Winterwald. Vielleicht empfindet Ihr ja die gleiche Verzauberung wie ich, wenn Ihr es anseht. Ich höre so richtig die Stille, das Knacken der Äste und das Knirschen des Schnees unter den Sohlen, ich schmecke die eiskalte Luft und atme die Sonnenstrahlen. Ich glaube, wir müssen am Wochenende dringend im Wald laufen – und mal eine Pause vom Kistenpacken machen.

Rausgesucht habe ich das Foto übrigens, um einen Artikel über ein Angebot des Meditationszentrums Heilig Kreuz in Frankfurt zu bebildern, das ab dem 24. Januar digital eine ganze Reihe wundervoller Dinge anbietet wie Yoga in der Stille, Traumreisen in leichter Sprache, eine digitale Gesprächsrunde zum Thema „Stille“, Feierabendpilgern und noch vieles mehr. Hier gibt’s weitere Infos.

8 Kommentare

  1. Ich wünsche dir viel Kraft in dieser schwierigen Zeit. Es gehört Mut dazu, zu sagen: es geht nicht mehr, und dieses Gefühl zuzulassen. Ich ziehe meinen Hut und schicke herzliche Grüße aus Ö!

    1. Ja, das stimmt, ein bisschen Zeit ist noch. Ich fange gerne rechtzeitig an, um das Gefühl der Kontrolle nicht zu verlieren. Aber ich freu mich auch schon jetzt auf die Zeit danach, wenn wir endlich wieder zur Ruhe kommen. 🖤

  2. Oh je! Ich kann das alles sehr gut nachvollziehen! Wir ziehen Ende März auch um, nach 8 Jahren in der jetzigen Wohnung, und trotz aller Vorfreude fühlt es sich in diesen Zeiten irgendwie besonders komisch an, den „sicheren Hafen“ aufzugeben und das Gefühl „Heimat“ erst wieder neu lernen zu müssen! Das mit eurem Kätzchen tut mir so, so leid! Unsere ist 10 und mir ist schon ganz mulmig, wie sie den Umzug wohl verkraftet, denn sie ist sehr empfindlich (wir haben mit ihr nie woanders gelebt – wir haben sie mit knapp 2 aus dem Tierheim zu uns geholt). Ich mag mir den Tag, an dem sie nicht mehr da ist, überhaupt nicht vorstellen. Ich wünsche dir jedenfalls viel Kraft für den Neuanfang!

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