7 Alltagsdinge, die plötzlich wieder neu für mich sind

Klamotten für den ganzen Tag auswählen – eine Herausforderung. Foto: Priscilla Du Preez

Die Homeoffice-Dienstanweisung des Bistums ist Ende Juni ausgelaufen, das heißt, ab sofort darf ich wieder ins Büro kommen. Ich habe ein Einzelbüro, daher ist das kein Problem. Ursprünglich hatte ich mir für den Start eine Mischung aus Büro- und Homeoffice-Tagen vorgestellt, um leichter wieder einzusteigen. Doch das funktioniert in der Praxis leider gar nicht. Momentan fährt alles wieder hoch, jeden Tag habe ich einen anderen Präsenztermin, ein anderes Meeting oder einen anderen Vor-Ort-Termin, so dass ich in dieser Woche alle fünf Tage im Haus am Dom war. Und auch nächste Woche wird es noch so weiter gehen, bis (endlich) die Sommerferien anfangen und es auch auf der Arbeit ruhiger wird.

Hier möchte ich Euch von meiner ersten Woche im Büro erzählen. Denn mir ist aufgefallen, dass ich ein paar Dinge, die früher selbstverständlich waren, erst wieder „lernen“ muss – oder mich wenigstens immer wieder bewusst daran erinnern:

Was ich morgens anziehe, muss ich den ganzen Tag tragen: Wenn das mal nicht simpel klingt. Und doch habe ich mich daran gewöhnt, mich im Homeoffice mehrmals am Tag einfach umziehen zu können. Vormittags im Schlabberpulli arbeiten, dann zum Zoom ordentlich anziehen und schminken – und wenn es wärmer oder kälter wird, einfach kurz in ein Shirt oder einen Pulli wechseln. Nicht so im Büro. Gerade im momentan wechselhaften Wetter bin ich diese Woche mehrmals reingefallen, zum Beispiel mit meinem dicken Wollpulli am Donnerstag, der morgens noch eine gute Idee schien – aber dann bei schwülen 27 Grad nachmittags plötzlich gar nicht mehr cool war. The only way is Zwiebellook, daran muss ich mich jeden Tag morgens vor dem Kleiderschrank erinnern.

Stichwort Klamotten – daheim stapelt sich die Wäsche: Ein sehr angenehmer Nebeneffekt des Homeoffices war, dass nebenbei immer die Waschmaschine laufen konnte. Die Hausarbeit erledigte sich praktisch von selbst. Jetzt allerdings nicht mehr, so dass es nach einer stressigen Woche mit langen Abenden schnell passieren kann, dass die Wäschetonne überläuft. Es muss also wieder am Wochenende gewaschen werden, hmpf.

Man muss sich wieder Gedanken übers Essen machen: Vor der Pandemie hatte ich’s raus. Ich habe ja vor zwei Jahren eine Ernährungsberatung gemacht und hatte seitdem immer alle Mahlzeiten für den Tag schön vorbereitet und abgepackt dabei. Jetzt nicht mehr – im Homeoffice konnte ich in der Mittagspause simple Sachen ja schnell frisch zubereiten, hier mal einen Apfel knabbern oder da einen Kräuterquark löffeln. Nun heißt es, sich jeden Abend wieder daran zu erinnern, dass man ja am nächsten Tag auf der Arbeit etwas essen muss. Oder wenigstens Bargeld parat zu haben, um sich beim Bäcker ein belegtes Brötchen holen zu können.

Pakete landen wieder bei den Nachbarn, auf der Post oder in der Packstation, weil man nicht daheim ist: Was soll ich sagen – zum Glück ist unser Umzug mittlerweile wirklich abgeschlossen und wir haben das Allermeiste, was wir online für die neue Wohnung bestellt haben, da. Wir sind ja mitten im zweiten Lockdown umgezogen, als nicht mal die Baumärkte offen hatten, und haben natürlich superviel online bestellt. Kaum vorzustellen, wenn ich all diesen Paketen hinterher hätte laufen müssen.

Man tankt wieder: Ich weiß nicht, wie es Euch geht, aber ich habe mein Auto in der Pandemie kaum bewegt. Eine Tankfüllung hielt manchmal Wochen. Jetzt nicht mehr, ab sofort muss wieder regelmäßig getankt werden. Das kostet Geld und nervt. Und natürlich ist da auch noch die Sache mit der Fahrtzeit, die viele Menschen aufregt, weil sie sich daran gewöhnt haben, morgens direkt vom Bett an den Schreibtisch zu springen.

Midnight ist plötzlich den ganzen Tag allein: Unsere Katze hat sich längst daran gewöhnt, dass ich den ganzen Tag daheim bin. Das heißt nicht, dass sie immer bei mir ist, oft liegt sie auch auf dem Bett oder auf ihrem Kuschelfell im Flur, aber sie weiß, es ist jemand da, zu dem sie kommen kann, wenn sie Unterhaltung, Streicheleinheiten oder Futter möchte. Und auch ich habe mich daran gewöhnt, kleine Pausen zum Katzestreicheln zu nutzen. Und zum Kämmen, ich finde, das hat fast was von Zen-Garten (nur haariger). Dass sie nun tagsüber ganz alleine ist, macht mir ein bisschen Sorgen. Aber zum Glück erweitert unsere Katzenfamilie sich am kommenden Wochenende, so dass sie künftig immer einen Spielkameraden und Kuschelfreund haben wird, auch wenn die Menschen zum Geldverdienen das Haus verlassen müssen. :)

Feierabend ist wieder Feierabend: Und noch etwas Gutes zum Schluss – wer im Büro arbeitet, kommt zum Entspannen nach Hause. Im Homeoffice haben sich beide Bereiche durchmischt, was viele Vorteile hatte, aber eben auch den Nachteil, dass es schwerer fiel, zum Feierabend abzuschalten. Dieses Feierabend-Gefühl habe ich sehr vermisst und es gefällt mir gut, dass die klare Trennung nun zurück ist.

Wie ist das bei Euch, seid Ihr ebenfalls zurück im Büro? Wie war der Start für Euch – musstet Ihr Euch auch erst wieder umgewöhnen? Oder fiel es Euch vielleicht sogar leicht, zurückzukehren zur alten Routine?

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