#frohesneues: Mein einziger Vorsatz für 2022

Foto: Daniel Huniewicz

Frohes neues Jahr, Ihr Lieben! Heute ist der 3. Januar – und ich kann mir vorstellen, dass so mancher Neujahrsvorsatz es nicht bis hierher geschafft hat. Habt Ihr Euch denn etwas für 2022 vorgenommen? Oder findet Ihr das lächerlich und macht es bewusst nicht? Und wenn Ihr Euch etwas vorgenommen habt, seid Ihr immer noch motiviert oder schon ernüchtert?

Ich habe keine Vorsätze fürs neue Jahr gemacht, aber als ich am 1. Januar so über die verschiedenen „Baustellen“ in meinem Leben nachgedacht habe, ist mir aufgefallen, dass sie sich sehr wohl unter einem Schlagwort zusammenfassen lassen. Sie alle haben etwas damit zu tun, dass ich mir mehr Leichtigkeit in meinem Leben wünsche.

Abnehmen und gesund werden: Ich kämpfe mit meinem Gewicht, seitdem ich denken kann. Nicht, weil ich unbedingt schlank sein möchte, sondern weil ich mich chronisch unwohl fühle. Mir passt keine Hose, weil mein Bauch im Weg ist, dabei möchte ich doch einfach nur Jeans und Pulli tragen. Natürlich kämpfe ich nicht nur mit zusätzlichen Kilos, sondern auch mit Minderwertigkeitsgefühlen, Selbstvorwürfen und körperlichen Problemen wie ständigen Entzündungen und Bauchschmerzen. Ihr könnt Euch vielleicht vorstellen, dass ich nicht gern darüber spreche oder schreibe, aber ich glaube, dass viele Menschen das selbst auch kennen, deshalb möchte ich offener damit umgehen. Es gibt gute Phasen, da akzeptiere ich mich so, wie ich bin und meditiere in Selbstliebe, aber meistens bin ich frustriert, dass keine Diät mir hilft, dauerhaft abzunehmen. Bis auf eine: Vor drei Jahren habe ich eine Ernährungsberatung gemacht und damit aus dem Stand fast sieben Kilo verloren. Irgendwann habe ich aufgehört, abzuwiegen und vorzukochen, weil es auf der Arbeit stressig war – und dann habe ich natürlich alles und noch mehr wieder zugenommen. Aber nach Weihnachten habe ich wieder mit dem Ernährungsplan angefangen. Aufzuschreiben und abzuwiegen, was ich esse, hilft mir nicht nur beim Abnehmen, es hilft auch gegen Schokoladen-Gelüste und Hungerattacken. Denn die habe ich, auch wenn ich wünschte, dass es anders wäre. Dazu lese ich das Buch „Raus aus der Essfalle“ der amerikanischen Ernährungsberaterin Shira Lenchewski, um meinem emotionalen Verhältnis zum Essen auf die Spur zu kommen. Ich bin jetzt auf Seite 38 und finde es bisher gut und aufschlussreich. Nochmal, ich muss gar nicht schlank sein, es geht hier nicht um optische Fragen. Ich möchte nur verstehen, was ich falsch mache, und ein normales Verhältnis zum Essen und meinem Körper entwickeln. Denn ich will mich nicht aufgeben – ich glaube, dass ich irgendwann aus diesem Kreislauf von Abnehmen und Zunehmen ausbrechen kann. Und das geht nicht mit irgendwelchen Wundern oder Crash-Diäten, sondern vermutlich nur mit Disziplin. Wer seine Ernährung und sein Übergewicht ebenfalls in den Griff kriegen möchte, dem kann ich eine Ernährungsberatung sehr empfehlen. Die Krankenkasse beteiligt sich auch finanziell (wenn man übergewichtig ist – einfach mal die Hausärztin fragen).

Weniger arbeiten: Ich. Arbeite. Zu. Viel. Punkt. Vor Weihnachten waren es oft zehn, elf oder zwölf Stunden am Tag, gerne auch mal ohne richtige Pause, weil einfach zu viel los war. Das muss 2022 anders werden. Mit zwei 50%-Stellen ist es ja eigentlich schon vorprogrammiert, dass ich Überstunden mache, weil ich in beiden Arbeitsbereichen alleine zuständig bin. Aber nach fast eineinhalb Jahren kenne ich zumindest jetzt die Fehler im System und muss schauen, dass ich entsprechend nachjustiere. Das wird im Zweifel bedeuten, dass ich mich nicht mehr auf jede schöne Geschichte stürzen kann. Und das tut weh. Aber Burnout tut auch weh. Und unterm Strich ist es eine Frage der Abwägung.

Wer keine Zeit hat, ist ärmer als der ärmste Bettler.

Aus Italien

Genug haben: Kennt Ihr den Ausdruck „Enoughism“? Menschen, die Enoughism praktizieren, fragen sich: Habe ich genug? Und wenn die Antwort ja lautet, was bei den meisten von uns der Fall sein dürfte, hören sie einfach auch, immer noch mehr haben zu wollen. Ich bin über Enoughism gestolpert, als ich zum Jahresende ein Video auf YouTube angeschaut habe, in dem eine Frau namens Kirsty Kirby davon berichtet, dass sie ein Jahr lang so gut wie nichts gekauft hat außer Lebensmittel, Medikamente und Pflegeprodukte, aber auch die nur nach klaren Regeln: Sie hat ausschließlich selbst gekocht und zum Beispiel Shampoo nur gekauft, wenn ihr altes leer war. Dadurch hat sie sehr viel Geld gespart, klar – aber mich fasziniert daran noch etwas anderes. Ich fühle mich oft sehr getrieben von meiner Konsumgier. Ich kaufe gebrauchte Handtaschen am laufenden Band (mein großes Laster), bestelle Klamotten und bin immer getrieben davon, was ich alles noch unbedingt brauche. Ich komme mit meinem Geld ganz gut über die Runden, daher denke ich, es ist noch kein pathologisches Kaufen bei mir. Aber es ist unnötiges Kaufen, Verschwendung von Geld einerseits und mentaler Kraft andererseits. Denn alles, was man kauft, schleppt man anschließend mit – man wird beschwert dadurch. Also habe ich mir überlegt, dass ich einen NoBuy-Januar mache und einfach mal schaue, wie weit ich damit komme. Bislang läuft es gut, ich habe, anders als sonst an Wochenenden und Feiertagen, die freie Zeit nicht auf Vinted, Amazon und Ebay totgeschlagen. Heute muss ich in den Supermarkt und bin gespannt, wie es wird, nur die Sachen von meinem Einkaufszettel zu kaufen.

Foto: Braedon McLeod

Mehr Spaß und Leichtigkeit ins Leben holen: Vielleicht damit zusammen hängt ein schönes Erlebnis, das ich am Neujahrstag hatte. Denn anstatt stumpfsinnig auf dem Handy Taschen zu durchstöbern, sind mir am 1. Januar nämlich meine Inliner in die Hände gefallen. Ich bin bestimmt zehn Jahre nicht mehr damit gefahren, wahrscheinlich noch länger. Aber plötzlich hatte ich riesige Lust, sie anzuziehen. Zunächst bin ich im Wohnzimmer damit herumgerollt, und als das einigermaßen gut ging, habe ich mich angezogen und bin eine Runde durch Kelkheim damit geschlittert. Ich bin keine gute Fahrerin, ich weiß nicht so richtig, wie man bremst, und halte mich deshalb an Straßenschildern fest. Außerdem rudere ich mit den Armen, um das Gleichgewicht zu halten. Aber es war so witzig, auch, wie die anderen Leute mich angestarrt haben. So gut habe ich mich draußen allein schon sehr lang nicht mehr amüsiert. :) Für mich steht seitdem fest: Ich möchte öfter Spaß haben und lustige Sachen machen. Ich spiele eigentlich nicht so gern, weil ich immer denke, ich kann meine wenige Zeit und Kraft sinnvoller nutzen. Aber gleichzeitig weiß ich, dass es mir gut tun würde, öfter mal etwas ohne Zweck zu unternehmen. Und da kommt auch wieder die Arbeit ins Spiel. Ich hoffe, dass ich, wenn ich weniger arbeite, mehr Kraft habe, um Dinge zu tun, die mir Spaß machen. Und auch mehr Lust darauf.

Auch wenn uns Zuversicht und Lebensfreude manchmal so klein wie Zwerge vorkommen: Sie sind schlafende Riesen, die wir wecken können.

Jochen Mariss

Optimistischer planen: Nach fast zwei Jahren Pandemie fällt es uns allen langsam schwer, zuversichtlich zu sein. Aber genau das habe ich mir fürs neue Jahr vorgenommen, weil Zuversicht alles etwas leichter macht. Und dazu gehört auch, optimistischer zu planen, als ich es die letzten zwei Jahre getan habe. Ganz konkret möchte ich mich, basierend auf den Erfahrungen der bisherigen Pandemie-Jahre, mehr trauen und zum ersten Mal seit 2020 wieder eine Flugreise machen. Zwei Jahre lang fand ich, dass sich das nicht so recht gehörte, denn Fliegen ist ein verzichtbarer Luxus. Und ich fand es, ehrlich gesagt, unverantwortlich, dass Leute dennoch weiter in den Urlaub flogen und das Risiko eingingen, neue Virusvarianten einzuschleppen. Dazu wollte ich wirklich nicht beitragen. Außerdem sind mir auch die Berichte und Bilder der Menschen, die 2020 mit Regierungsmaschinen nach Hause geholt werden mussten, noch zu präsent. Mit Corona ist es ja praktisch unmöglich geworden, länger als eine Woche im Voraus zu planen. Deshalb habe ich die drei Kurztrips, die ich seit Ausbruch der Pandemie unternommen habe, immer mit dem Auto gemacht, so dass ich notfalls flexibel früher abreisen konnte. Aber ich merke mittlerweile, wie sehr mir Meer und Sonne fehlen – und vorübergehend mal eine Kultur zu sehen, die nicht meine eigene ist. Da ich mir mittlerweile sicher bin, dass Corona uns noch lange begleiten wird, muss ich für mich einen Umgang damit finden. Das heißt: Die Monate gut nutzen, in denen die Infektionszahlen voraussichtlich wieder runtergehen werden. Als Dreifach-Geimpfte, die keine Massenpartys besucht und sich selbstverständlich an alle Regeln halten wird, finde ich, dass das Risiko nun einigermaßen vertretbar ist. Deshalb habe ich mir für Anfang Mai Urlaub eingetragen und möchte mit meiner Freundin Bianca nach Griechenland fliegen. Wir buchen natürlich vorsichtig, das heißt, wir schauen darauf, dass die Reise stornierbar ist. Aber wir sind beide voller Vorfreude auf Griechenland und darauf, mal wieder ein anderes Stück von der Welt zu sehen.

Mich interessiert, welche Ideen und Wünsche Ihr fürs neue Jahr habt. Schreibt gerne in die Kommentare. :)

Foto : Daniel Huniewicz

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