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#beziehungen: Meilensteine feiern

Ein Bekannter, man könnte auch sagen, ein Freund, hat sich ein Segelboot gekauft. Und ich freue mich kugelig für ihn, denn das ist etwas, das er sich schon sehr lange gewünscht hat. Nun, da er im Job gesettelt ist, hat er sich diesen Traum erfüllt. Und für mich ist es Ehrensache, ihn dafür zu feiern – mit einem kleinen Geschenk, einer Karte und vor allem mit dem Teilen seiner Begeisterung.

Er hat sich sehr gefreut, als ich heute Morgen etwas unvermittelt vor ihm stand, und mich spontan auf einen Kaffee eingeladen. Und ich frage mich: Feiern wir uns eigentlich gegenseitig genug für unsere Meilensteine? Also auch die, die für Außenstehende gar nicht so klar als lebensverändernd zu erkennen sind?

Ich kann mir vorstellen, dass es eine große Sache ist, ein Boot zu kaufen, obwohl ich selbst keins besitze. Und das trifft auch auf viele andere Situationen zu, es muss ja nicht immer das für alle ganz erkennbar Große sein. Mit ein bisschen Empathie finden sich zahlreiche Meilensteine im Leben der Menschen um uns herum: Neuer Job, neue Wohnung, neue Partnerschaft oder neues Haustier – immer wieder gibt es Veränderungen im Alltag, die für die und den, die sie durchleben, alles bedeuten und auf die man ruhig mal anstoßen oder sie mit einem Präsent feiern kann. Auf Englisch sagt man zu so etwas: „To mark the occasion“ – „Den Anlass markieren“. Das gefällt mir.

Wie einfach ist es, ein kleines Präsent zu finden, das von Herzen kommt und zum Thema passt, liebevoll ein paar Worte auf eine Karte zu schreiben und alles in eine Geschenktüte zu packen, bei dem Menschen vorbeizugehen und ihn in Liebe zu baden. Denn das ist das eigentliche Geschenk: Jemanden zu haben, der sich mit einem freut. Das sollten wir viel öfter tun. Ich zumindest nehme mir das fest vor.

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Über dezembra

Anne: Frau, über 40, Redakteurin, Buchautorin, kinderlos und verliebt ins Leben, bloggt über Zwischenmenschliches und Psychosoziales, über Frauenthemen und Arbeitsdinge, übers Reisen und das Leben ohne Schilddrüse.

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