Blog, In eigener Sache, Neues aus der Welt einer Schreiberin

Buchschreiben: Von Einzelkämpfern und Teamplayern

Fotografenmeeting

„So 70, 80 Fotos brauchen wir schon, um Ihr Buch zu bebildern“, hatte der Verleger so ganz nebenbei gesagt, als wir uns vor einer Woche in Frankfurt zur Vertragsunterzeichnung getroffen haben. „Was die Bilder betrifft, lassen wir Ihnen aber natürlich freie Hand.“ In dem Moment klang das eigentlich ganz gut, vor allem, weil ich ja, was mein Buch betrifft, am liebsten jede Entscheidung ganz alleine treffen würde.

Anne schreibt ein BuchDas hätte mir vielleicht schon eine Warnung sein können, dass ich auch in den kommenden Wochen nicht zum Schreiben kommen würde… Denn auch wenn ich mir das in dem Moment so vorstellte, langen ein paar hübsche, selbstgeschossene Bilder aus der Frankfurter Innenstadt natürlich noch lange nicht. Vor allem dann nicht, wenn es ein richtig tolles Buch mit ausdrucksstarken Fotos werden soll. Ein Buch mit einem ganz eigenen Stil. Das merkte ich schnell, als ich alleine mit der Spiegelreflexkamera loszog, um in Frankfurt ein paar Motive einzusammeln. Darunter waren zwar ein oder zwei Kuriositäten – doch das ganze hatte nur wenig Klasse und so gar keinen durchgehenden Stil. Und wie Kunst wirkte es schon mal gar nicht.

Einige Tage lang fühlte ich mich ziemlich allein gelassen mit meiner großartigen freien Hand. Der Engländer würde mit freundlichem Lächeln feststellen: „Well, basically you’re screwed.“ Doch ich will nicht screwed sein – ich will ein tolles Buch veröffentlichen, dessen wunderschöne Bilder meinen hoffentlich guten Text stilsicher unterstreichen, statt ihn hinunter zu sich in die Gosse zu ziehen…

IMG_20140401_113635Und hier kommt meine Kollegin Deliah ins Spiel, Nachwuchsredakteurin und Hobbymodel. Sie war die Allererste, die überhaupt von meinem Buchvertrag erfahren hat, denn als vor einigen Wochen die Zusage des Verlags per E-Mail kam, war ich gerade auf der Arbeit und musste es einfach sofort jemandem erzählen. Sie freute sich unheimlich mit mir und bot spontan an: „Wenn du noch jemanden für die Fotos brauchst, helfe ich dir.“

„Jemanden für die Fotos brauchen“ ist vielleicht eine etwas untertriebene Formulierung für das, was nun tatsächlich daraus geworden ist. Denn Deliah stellte mir einen großartigen jungen Fotografen vor, der sofort interessiert war. Vor ein paar Tagen haben wir uns nun zu einem ersten Meeting in Bad Vilbel getroffen – Deliah, der Fotograf Robin Kehl und ich. Und obwohl ich eigentlich dachte, ich wüsste, welche Art von Fotos ich für mein Buch möchte, haben wir zusammen einfach so großartige Ideen entwickelt, dass nun alles anders wird. Ihr dürft gespannt sein.

Und ein absolut großartiger Nebeneffekt ist, dass ich jetzt nicht mehr alleine für alles verantwortlich bin. Ich habe einen Foto-Chef, dem ich bei vielem auch freie Hand lassen werde, und ich habe ein großartiges Model. Robins und Deliahs Begeisterung gibt mir ein bisschen inneren Frieden zurück und den Glauben daran, dass wir dieses Projekt zusammen schon wuppen werden. Und dass es gut werden wird. So basically I’m not screwed anymore.

Drei Punkte

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