Buchschreiben: Zauberer

Nein, das ist kein Schwangerschaftstest. :) Sondern der USB-Stick, auf den Robin mir gestern alle unsere Fotos gezogen hat. Jetzt liegt er hier vor mir auf dem Schreibtisch und ich kann nicht fassen, wie viel Arbeit in diesem kleinen Teil steckt. Vor allem für Robin, der sichtlich erleichtert war, dass wir gestern Abend unser abschließendes Foto-Meeting hatten. Er, der ja die gesamte Bildregie inne hatte, hat in den letzten Monaten viele, viele Stunden vor dem Laptop verbracht, hat Fotos sortiert, nachbearbeitet und zugeschnitten. Dabei habe ich ihn manchmal ganz schön herumgescheucht. Aber das Ergebnis ist wundervoll geworden. Robin hat einen großartigen Blick, viel technisches Können und künstlerisches Verständnis. Ich bin so froh, ihn bei der Arbeit an meinem ersten Buch an meiner Seite zu haben.

Robin bearbeitet DeliahDabei ging es, ich habe es schon angedeutet, manchmal ganz schön zur Sache. Ein Setting, bei dem wir uns so gar nicht auf ein Foto einigen konnten, war zum Beispiel die Aufnahme im Rotlichtviertel, die im Buch das Kapitel „Ist es Liebe oder nur Sex?“ bebildern soll. Jedes meiner zehn Überkapitel bekommt ja ein großes, doppelseitiges Bild, das ganz bestimmte Maße haben muss, damit der Verlag es genau so abdrucken kann – und natürlich läuft dann die Seitenfalz mitten durchs Bild. Bei der Aufnahme, die ich am schönsten fand, stand Deliah direkt in der Mitte – ihr Gesicht wäre also zweigeteilt gewesen. Das ging natürlich so gar nicht. Wir stritten uns also per Facebook und auch gestern „live“ noch einmal hoch und runter, bis wir uns schließlich auf ein Motiv festlegen konnten. Das hat Robin dann gestern Abend abschließend bearbeitet, so dass aus einem lustigen Schnappschuss eine richtig tolle Aufnahme wurde. Ich durfte ihm dabei über die Schulter schauen und war tief beeindruckt, wie er mit Filtern, Lichteffekten, Schattierungen und Helligkeiten hantierte. Dabei hilft natürlich auch eine gute Ausrüstung: Zum Beispiel benutzt Robin ein Gerät, das aussieht wie eine Tafel mit Stift. Doch wenn er es an den Laptop anschließt, kann er mit dem Stift direkt im Foto mit Licht malen und so zum Beispiel im Gesicht detailliert nacharbeiten. Auf diese Weise bekommt das Bild mehr Tiefe und wirkt noch ein klein wenig schöner als die Wirklichkeit.

Einerseits bin ich Photoshop gegenüber schon kritisch, gerade, wenn bei magersüchtigen Models herausstehende Rippen und tiefe Augenringe einfach wegretuschiert werden. Das ist verantwortungslos und falsch. Doch andererseits kann man damit in Bildern, auf denen gesunde Menschen abgebildet sind, winzige Makel wie ein Pickelchen oder eine störende Schmiererei im Hintergrund einfach wegzaubern. Wichtig ist nur, zu begreifen, dass vermeintliche Perfektion nicht reizvoll ist. Und das Programm verantwortungsvoll zu benutzen. Gerade, wenn es um Kunst geht, finde ich aber, ein bisschen Zaubern ist durchaus erlaubt – oder wie seht Ihr das?

Übrigens plant Robin eine coole Aktion: Jeder, der das Buch kauft und anschließend ein Fotoshooting bei ihm bucht, bekommt das Shooting günstiger. Falls Ihr also mal ein paar echt tolle Bilder von Euch haben möchtet, wäre das ja vielleicht eine Überlegung wert. Wer Interesse hat, kann das ja schon einmal im Hinterkopf behalten. :)

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