Ein schmerzhafter Prozess

Am Wochenende habe ich eine SMS von einer Kollegin bekommen. Sie war mit ihrem Mann in Bad Homburg bummeln – und da ist ihr im Schaufenster einer Buchhandlung mein „Frankfurt liebt dich!“ begegnet. Natürlich hat sie mir gleich ein Foto geschickt. Und ich habe mich echt gefreut, denn immerhin liegt die Veröffentlichung mittlerweile zweieinhalb Jahre zurück und ich habe die Werbung für das Buch komplett eingestellt. Danke, liebe Buchhandlung Supp, für Eure Unterstützung!

Ich muss sagen, obwohl das alles noch gar nicht so lang her ist, fühlt es sich an, als seien es 100 Jahre. Es ist so unglaublich viel passiert in dieser Zeit nach dem Erscheinen (was genau, könnt Ihr hier nachlesen) – und irgendwie habe ich damit abgeschlossen und blicke jetzt nur noch nach vorne.

Für alle, die sich schon gefragt haben, wie es weitergeht: Leider konnte ich mich mit dem Societäts Verlag über mein zweites Buch nicht einigen, so dass wir künftig getrennte Wege gehen werden und ich wieder auf mich allein gestellt bin. Das war für mich ein schmerzhafter Prozess, aber ich bin auch gereift und zu einer sehr bewussten Entscheidung gelangt: Ich will weg vom Schreiben um des Verkaufens willen.

Ich will wieder für mich selbst schreiben, ohne darüber nachzudenken, wie ich das Ergebnis möglichst publikumswirksam anpreisen kann. Und ich will niemandem Rechenschaft ablegen müssen darüber, ob sich mein Geschriebenes auch ordnungsgemäß verkauft. Wenn das bedeutet, dass mein zweites Buch erstmal in der Schublade bleibt, ist das deshalb auch völlig in Ordnung.

Ich werde mich also künftig wieder mehr auf das besinnen, was ich eigentlich gut kann und liebe: Kurzgeschichten und Gedichte zu schreiben und zu veröffentlichen, bei Wettbewerben anzutreten und mich als Kunstschaffende zu präsentieren – und nicht als Marktschreierin. Und das beste ist: Ich bin sehr im Reinen mit dieser Entscheidung. :)

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