#psyche: Die Kunst des Egal-Seins

Kennt Ihr das Buch „Am Arsch vorbei geht auch ein Weg“? Ich bis vor kurzem auch nicht. Dabei wurde es mir schon oft empfohlen, immer wieder, von verschiedenen Freunden, zuletzt meinem Kumpel Olaf. Fast schon übertrieben oft hörte ich, dass dieses Buch genau das Richtige für mich sei. Na gut, dachte ich. Ich weiß ja selbst, dass ich mir Dinge, Menschen, Streitigkeiten und Kollegenzoff aus Prinzip viel zu sehr zu Herzen nehme. Und bevor es mir noch jemand empfiehlt, habe ich jetzt mal gehandelt und es mir vor ein paar Tagen bestellt. Und was soll ich sagen, es war nicht umsonst ein SPIEGEL-Bestseller. Grandios!

Neben der zweifelsohne sehr wertvollen Message ist das Beste daran die superlustige Schreibe von Alexandra Reinwarth.

Ich habe beim Lesen manchmal laut gelacht, so süß und unterhaltsam erzählt sie davon, wie sie es geschafft hat, sich vieles einfach am Arsch vorbei gehen zu lassen. Nämlich: die Meinung „alter Freunde“, saublöder Bekannte, saudreister Kollegen und ungeliebter Verwandter. Gleichzeitig zeigt sie auf, dass manchmal nicht die Anderen das Problem sind, sondern die eigenen überhöhten Ansprüche. Wenn man die endlich sein lässt, so ihre Theorie, wird man selbst nicht nur gelassener, sondern auch das Verhältnis zu anderen Menschen entspannt sich. Besonders das zu denen, die man liebt und die einem so gar nicht am Arsch vorbei gehen.

Das Buch ermutigt, sich zu wehren, wo es nötig ist, sich zu entspannen, wo es möglich ist – und das eine vom anderen zu unterscheiden. Und es hilft dabei, die eigenen Grenzen zu erkennen, die gerade Frauen oft höflich übergehen, um andere nicht vor den Kopf zu stoßen. In diesem Grenzen-Übergehen bin ich praktisch Expertin. Und ich weiß, dass sich das alles andere als gut anfühlt.

Achtung, Disclaimer: Das Lesen dieses Buches könnte dazu führen, dass Ihr mal so richtig auf den Tisch haut.

Weil Ihr plötzlich keine Lust mehr auf idiotische Ausnutzer-Konstruktionen und sinnlose Freundlichkeiten habt. Ging mir so – und ich kann nur sagen, plötzlich war’s ganz leicht, sich zu befreien. Ein gutes Gefühl. :)

„Am Arsch vorbei geht auch ein Weg: Wie sich dein Leben verbessert, wenn du dich endlich locker machst“ von Alexandra Reinwarth kostet neu 16,99 Euro, ich habe es für 5,99 Euro bei Medimops gekauft. Drumherum gibt es einige Ableger-Bücher für verschiedene Lebensbereiche, das Original ist dieses hier (Link zur Webseite des Verlags).

Bisschen krass: Weil das Buch so ein durchschlagender Erfolg war, gibt es gefühlt tausend Merchandise-Artikel wie Karma-Kärtchen (?), ein Kochbuch, eine Sammlung schlauer Sprüche, eine Statue, Shirts, Kissen und vieles mehr, die auf einer eigenen Webseite vertrieben werden. Kann man machen, muss man aber nicht. Mir langt die Message, und die ist echt gut. Danke, liebe Autorin, für viele lustige Momente und schmerzhaft-notwendige Erkenntnisse!

1 Kommentar

  1. Ja, das befreit! Wie wenn durch viele Nebelschwaden endlich die Sonne scheint! Das krasse Wort können wir dann ja wieder fallen lassen wie eine dicke Kruste über einem kostbaren Schatz, der uns das Leben mit neuen Augen sehen läßt und auch den (Un)Wert vieler Reglementierungen, die wir brav befolgten, ohne sie wirklich zu bejahen. Eigentlich lag es ja dann doch an uns selbst, daß wir uns nicht genug bemühten um das, was wirklich wahr ist. Unterscheiden zu lernen zwischen „Menschengemachtem“ und „Wegweisungen des LICHTES“, das müssen wir nun wohl erst wieder lernen.

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