Buchschreiben: Einmal lustig – und was fuers Herz, bitte!

Ich bin zurück aus Sardinien. Und dort, 1500 Kilometer von zu Hause entfernt, ist mir endlich klar geworden, dass ich keine Zeit mehr zu verlieren habe. Heute sind es genau noch 28 Tage, bis mein Buch fertig sein muss. Und ich arbeite bis dahin nicht nur Vollzeit, ich habe auch kein einziges Wochenende mehr „frei“ bis zu diesem Termin, weil immer irgendetwas anderes ansteht. In den nächsten drei Wochen verbringe ich drei Tage mit meiner Familie im Allgäu, habe Sonntagsdienste, bin auf einer Hochzeit eingeladen und bekomme Besuch aus Amerika. Da bleibt quasi kein bisschen Luft mehr, um von meiner morgendlichen Schreibroutine abzuweichen. Höchste Zeit also, in den Deadline-Sprint zu verfallen, den wir alle noch gut aus Studienzeiten kennen.

Vor meiner Abreise haben mich die ganzen Kleinigkeiten, die damit zusammen hängen, fertig gemacht. Die Bilderproduktion, von der noch immer gerade erst ein Viertel geschafft ist, die Gestaltung des Covers, die Gespräche und Pläne rund um die Produktion und die Marketing-Strategien für die Zeit nach dem Erscheinen … All das hat die sowieso schon wenige Zeit, die ich zum Schreiben habe, noch zusätzlich mininmiert. Und ich gestehe, dass ich das eine oder andere Mal auch einfach vor meinem Laptop saß und nicht wusste, was ich schreiben soll. Aber nicht, weil es nichts zu sagen gäbe. Sondern weil ich einfach alles auf einmal sagen möchte und nichts vergessen will. Und weil ich mehr als einmal die Angst hatte, den wichtigen Themen und Gedanken meiner Generation nicht gerecht werden zu können. Vor allem meine Liebesgeschichte hat ziemlich an mir genagt. Denn es ist ja nicht irgendeine ausgedachte Liebesgeschichte, sondern tatsächliche meine, also unsere. Ich erzähle, wie Björn und ich uns kennengelernt haben und welche Art von Beziehung wir führen. Und das will ich natürlich gut machen. Allerdings habe ich entschieden, beim ganzen Verlieben nicht allzu sehr ins Detail zu gehen, denn andere Dinge sind für mich hier viel wesentlicher: Warum genau ich mich mit genau diesem Mann so wohl fühle. Und warum wir uns trotzdem häufig dafür rechtfertigen müssen, wie wir leben.

Meine Zeit in Sardinien hat mir da zum Glück ziemlich auf die Sprünge geholfen. Ich habe ganz viel gegessen, viel Espresso getrunken, den ein oder anderen sardischen Wein probiert und Sonne getankt. Aber das ist noch nicht alles. Björn war ja nicht dabei, weil er arbeiten musste – und diese fünf Tage haben mir Gelegenheit gegeben, mit ein wenig Distanz über unser Leben hier nachzudenken und ihn mal wieder zu vermissen. Hinzu kommt noch, dass meine Freundin so ziemlich jedem, der mit uns gereist ist, von meinem Buch erzählt hat. Immer wieder musste ich davon erzählen, wie weit ich schon bin und wann es erscheint. Dabei wurde ich auch mit ziemlich großen Erwartungen konfrontiert. „Dein Buch wird bestimmt was fürs Herz UND zum Lachen“, sagte eine Reisegefährtin, nachdem sie mich etwas näher kennengelernt hatte. Oh je – keine Ahnung! Aber ich denke mal, mein Buch ist zumindest authentisch, genau wie ich. Und wer mich lustig findet und glaubt, dass ich manchmal auch ans Herz gehen kann, wird hoffentlich nicht enttäuscht sein.

Mit uns unterwegs war auch eine Malerin, mit der gemeinsam schnell die Idee entstand, eine kombinierte Ausstellung und Lesung zu veranstalten. Ihre Bilder sind groß, bunt, emotional und hintergründig, sie zeigen Frankfurt und das Leben. Ich finde, ihre Kunst und mein Buch würden gut zusammen passen. Das ist das Großartige an kreativen Menschen. Innerhalb von Minuten reift die Idee – und dann wird es auch ganz schnell ganz konkret. Wenn mein Buch erschienen ist, würde ich mich also freuen, wenn viele von Euch zu unserer Lesung kommen würden. Details gibt es dann natürlich hier.

Dummerweise habe ich auf Sardinien so viele tolle Gespräche mit wunderbaren Menschen geführt, dass ich jetzt noch mehr Themen habe, über die ich eigentlich unbedingt schreiben möchte. ;) Vielleicht sollte ich doch schon einmal über einen zweiten Teil nachdenken …

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