Outfit bei Lesungen: High Heels oder Bequemos?

Am Montag lesen Micha und ich in Niederbrechen. Und mal wieder stelle ich mir die Frage: Was ziehe ich an? Bei einer Lesung möchte ich mich in allererster Linie wohlfühlen, denn wenn ich eineinhalb bis zwei Stunden von Fremden angeschaut (um nicht zu sagen, angestarrt) werde, will ich nicht an meinem Hosenbund herumzuppeln oder darüber nachdenken müssen, ob mein Ausschnitt zu tief ist. Und auch der schicke Hosenanzug vom Bewerbungsgespräch taugt nichts, wenn ich mich darin verkleidet fühle.

Deshalb kommen als Lesungsoutfit nur Klamotten in Frage, in denen ich mich wirklich wohlfühle, wirklich wie ich selbst. Die weit genug geschnitten sind, dass ich mich darin bewegen kann – und die auch auf keinen Fall lächerlich wirken dürfen. Schwarz, dunkelblaue Jeans, Blazer … In der Stilfibel würde man das Ganze wahrscheinlich unter casual chic einordnen, also irgendwo zwischen formal und lässig.

Eine Ausnahme gibt es allerdings: Da ich nur 1,60 Meter groß bin, trage ich bei Lesungen gern hohe Absätze. Und das, obwohl ich im „echten“ Leben fast nie auf hohen Hacken unterwegs bin – und zu allem Überfluss auch noch immer stehend lese. Aber ich fühle mich einfach mehr als mein Bühnen-Ich, wenn ich Absätze trage. Deshalb kommen die süßen lila Birkenstock-Lookalikes mit weißen Punkten, die ich gestern geshoppt habe, am Montag leider nicht zum Einsatz.

Was mich interessieren würde: Wie haltet Ihr es denn mit der Outfit-Frage, wenn Ihr vor anderen sprechen müsst? Das muss gar nicht mal die Lesung sein, sondern auch der Power-Point-Vortrag, das Referat an der Uni oder sonst eine Situation, in der viele Augenpaare auf Euch gerichtet sind. Ist es Euch da vor allem wichtig, Euch wohl und authentisch zufühlen – oder liegt Eure Priorität vor allem darauf, mit einem mega-seriösen Outfit zu punkten?



Montag, 23. April 2018
, 19.30 Uhr: Bücherei Niederbrechen, Jakob-Herlth-Straße 2, 65611 Brechen. Lesung zum Welttag des Buches. Mit Musik von Liedermacher Michael Forst.  Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten.

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