#lifestyle: Bücher aussortieren nach KonMari – das habe ich dabei gelernt

Vor ein paar Tagen habe ich Euch berichtet, dass ich mit KonMari angefangen habe – und dass das irgendetwas Emotionales in mir losgetreten hat, das weit über das Ausmisten hinaus geht. Nachdem ich mich am ersten KonMari-Wochenende um den ganzen alten Krempel in den Regalen gekümmert habe (es ist noch immer nicht alles entsorgt und runtergetragen, oh the beauty of living in the dritte Stock!), waren dieses Wochenende  nun die Bücher dran. Und ich muss sagen, dass ich mir das vorher nicht so emotional vorgestellt hatte.

Vorneweg müsst Ihr wissen: Ich besitze superviele Bücher.

Da sich in meinem Verwandten- und Bekanntenkreis längst rumgesprochen hat, dass ich gerne lese, bekomme ich dauernd welche geschenkt, natürlich auch solche, die mich überhaupt nicht interessieren. Andere kaufe ich mir selbst (Amazon und Ebay sei dank gerne auch gebraucht für ein paar Cent) oder adoptiere sie aus Zu-verschenken-Kisten und Bücherschränken. Wenn ich umziehe, sind die Bücher immer der größte Posten, denn es sind literally Hunderte mittlerweile.

Aber: nicht alle davon liebe ich.

Viele habe ich einfach nur, weil. Da ist es wieder, dieses Weil. Weil ich sie geschenkt bekommen oder mitgenommen, aber nie hinterfragt habe, ob ich sie eigentlich besitzen oder auch nur irgendwann wirklich lesen will. Aber ich habe so viel Respekt vor Büchern, dass ich sie nie einfach entsorgen würde. Zumindest bis jetzt nicht.

Bei der Durchsicht meiner erschlagend umfangreichen Büchersammlung hat sich nämlich genau das bestätigt, was ich vorher schon ahnte: ganz viele Bücher sind irgendwann mal zu mir gekommen und sind nur deshalb noch da, weil ich sie nie weggetan habe.

Ich schätze, dass ich am Samstag gut die Hälfte aussortiert habe.

Darunter Klassiker wie die 90er-Jahre-Biografie von Joschka Fischer, zahlreiche Rosamunde-Pilcher- und Utta-Danella-Kitschbände, meine Sammlung von Harry-Potter-Bänden, die ich nur einmal gelesen und mich danach auf die Filme konzentriert habe, verstaubte Jahrbücher – und so weiter. Harry Potter ist eigentlich ein gutes Beispiel für Bücher, von denen man glaubt, man müsse sie behalten, weil sie moderne Klassiker sind. Doch ich frage: Wofür denn? Also mutig weg damit.

Dass ich die Hälfte aussortiert habe, bedeutet im Umkehrschluss natürlich auch, dass ich die andere Hälfte behalten habe.

Und damit sehr viel mehr Bücher, als es vorher geplant war. Aber das ist okay, denn viele, gerade Romane und Tierbücher, bedeuten mir wirklich etwas, weil ich bestimmte Gefühle, Situationen und Menschen mit ihnen verbinde. Und ich werde sie auch immer wieder lesen. Ein Beispiel ist der wunderschön romantische Liebesroman „Der Geisterbaum“ von Santa Montefiore, den ich gerade zum sicher zehnten Mal wieder verschlungen habe und dabei kein bisschen weniger gefesselt war als beim ersten Mal. Hach, das Buch ist einfach toll! Vielleicht gibt es ja ein Buch, das Ihr immer und immer wieder lest? Wenn ja, schreibt den Titel gerne in die Kommentare.

Marie Kondo sagt, sie besitze vielleicht 20 Bücher.

Für mich ist das unvorstellbar, denn ich finde, Bücher geben einem Raum Gemütlichkeit und Tiefe. Man fühlt sich nie allein, weil sie wie flüsternde Gedanken auf den Regalbrettern stehen. Aber die Grundhaltung, dass man nicht alles, was man liest, auch behalten muss, ist schon richtig. Bücher sollten vielmehr ein durchlaufender Posten sein, man sollte sie lesen und dann verschenken, tauschen oder von vornherein nur ausleihen, statt sie zu kaufen.

Jetzt muss ich nur noch schauen, dass ich die drei großen Stapel loswerde. Fünf Pakete voller Bücher habe ich an Momox verkauft und bekomme dafür immerhin stolze 54 Euro, den Rest muss ich jetzt nach und nach ins Altpapier schmuggeln.

Nächstes KonMari-Projekt: Mein Kleiderschrank. Stay tuned.

3 Comments

  1. carasmelody

    Ich habe auch Bücher aussortiert. Meine Schulbibliothek hat sich über die Spende gefreut, ebenso wie schon einige Arbeitskollegen 🙂 Kiste, Zettel drauf, nach einem Tag war Kiste leer.. und ich leichter! Go girl!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s