#health: Fünf Dinge, die ich in den letzten zwei Wochen über Ernährung gelernt habe

Wer hier zuletzt ein bisschen aufmerksamer gelesen hat, hat vielleicht mitbekommen, dass ich vor gut zwei Wochen meine Ernährung umgestellt habe. Diesmal aber nicht durch eine Hau-Ruck-Aktion mit Infos aus Internetforen und Diätbüchern wie sonst. Sondern mit Hilfe einer von der Krankenkasse zertifizierten Ernährungsberaterin, die mir in persönlichen Gesprächen alle Fragen beantwortet, die mit mir zusammen eine Strategie erarbeitet und mir zeigt, dass es tatsächlich geht – und wie.

Seitdem schreibe ich jeden Abend einen Ernährungsplan für den kommenden Tag, wiege Zutaten grammgenau mit der Küchenwaage ab, bereite alles zu, verpacke es und muss es am nächsten Morgen nur noch aus dem Kühlschrank und mit auf die Arbeit nehmen.

Es waren sehr interessante 15 Tage, nach denen ich zumindest ahne, was ich eigentlich bisher falsch gemacht habe. Und hey, ich habe bereits zwei Kilo abgenommen. Für mich ein enormer Erfolg, nachdem ich es vorher monatelang versucht habe und genau gar nichts passierte. Zwei Kilo sind sogar doppelt so viel, wie die Ernährungsberaterin mir in Aussicht gestellt hatte – zu erwarten war ein halbes Kilo pro Woche. :)

Hier möchte ich mit Euch meine ersten Erkenntnisse der vergangenen beiden Wochen teilen.

#1: Wir essen viel zu viel

Das auf dem Foto sind 60 Gramm Nudeln. 60 Gramm Nudeln entsprechen einer regulären Portion. Als ich das erste Mal diese Menge kochte, nahm ich dafür den Topf, den ich immer für Nudeln nehme. Es erschütterte mich zutiefst, dass ich bei meinen 60 Gramm mehr Topfboden als Nudeln sah.

Mittlerweile esse ich, wenn ich Pasta koche, die doppelte Portion und spare die Kohlenhydrate lieber an anderer Stelle über den Tag ein, denn meiner Meinung nach machen 60 Gramm nicht satt. Aber die reine Erkenntnis, dass dieses Händchen voll eine reguläre Portion ist, war einer der wichtigsten Momente für mich ganz am Anfang dieses Weges. Wir. Essen. Einfach. Viel. Zu. Viel. Punkt. Wir haben jedes Maß verloren, wir stopfen uns bei All-You-Can-Eat-Buffets voll und nehmen lieber die große Variante von allem, weil wir dadurch ja zehn Cent sparen könnten.

Ich habe mich auf den Weg zurück zum normalen Maß gemacht. Und ja, irgendwie war es am Anfang unangenehm, denn ich hatte zwar nicht so oft wirklich noch Hunger nach dem Essen, sondern viel mehr Angst, dass ich noch Hunger haben würde. Klingt komisch, oder? Mittlerweile habe ich mich an die Portionsgrößen gewöhnt und kann gut einschätzen, ob ich wirklich noch Hunger habe oder nicht.

#2: Wasser ist dein bester Freund

Viel Wasser trinken klingt nach einem echt profanen Tipp und doch ist es genau das, was hilft, meine Portionen klein zu halten. Noch besser als Wasser ist Tee, denn die Wärme beruhigt den Magen und ist so tröstlich wie eine warme Suppe, aber ganz ohne Kalorien.

Ich gehe ja relativ oft essen – und seit meiner Ernährungsumstellung habe ich angefangen, mir vorneweg immer ein Mineralwasser und einen Pfefferminztee zu bestellen. Das ist wie ein Zaubermittel und als Vorspeise genauso gut geeignet wie als kalorienfreies Dessert.

#3: Hab keine Angst vor der Küchenwaage

Was habe ich mich früher gesträubt, Lebensmittel abzuwiegen. Diäten, die eine Küchenwaage beinhalteten, schieden für mich von vornherein aus. Ich dachte immer, ich brauche eine Diät, bei der ich zwar auf viele Sachen verzichte, andere aber dafür in rauen Mengen essen kann. Küchenwaage? Nein, danke – das Gramm-zählen wollte ich lieber anderen überlassen und selbst nach eigenem Ermessen solange essen, bis ich satt war. Deshalb hat No Carb für mich lange Zeit auch gut funktioniert (bis nach meiner Schilddrüsen-OP alles anders wurde). Doch dank meiner Ernährungsberaterin habe ich der Wahrheit ins Auge geblickt – und die heißt, dass es eine Abkürzung langfristig für mich nicht geben wird. Wenn ich abnehmen möchte, muss ich mich zusammenreißen und weniger essen.

Dabei hilft mir meine schöne neue Küchenwaage, die meine Mama mir zur Motivation geschenkt hat und deren komfortable Funktionen mir das Leben sehr erleichtern. Wer mit dem Abwiegen anfängt, merkt schnell, dass viele Sachen im wahrsten Sinne leichter sind als andere. 60 Gramm gepuffter Quinoa sind sehr viel mehr als 60 Gramm Kartoffeln. Und so findet man ganz automatisch das, was schmeckt, satt macht – und von dem größere Mengen erlaubt sind.

#4: Fisch mit Salat oder Salat mit Fisch ist ein Unterschied

Abends esse ich meistens Fisch oder gegrilltes Fleisch mit Salat. Daheim mache ich mir Lachs im Ofen oder werfe ein paar gefrorene Meeresfrüchte in die Pfanne, im Restaurant bestelle ich mutig, was mich gerade so anlacht. Beim Auswärts-Essen habe ich festgestellt, dass es besser ist, statt „Salat mit Fisch“ aus der Salat-Sektion lieber „Fisch mit Salat“ aus der Fischsektion auszuwählen. Man könnte meinen, es gibt da keinen Unterschied, aber wenn ein Gericht im Fisch- oder Fleischkapitel aufgeführt ist, ist es mengenmäßig oft einfach mehr, während bei „Salat mit“ der Salat die Hauptrolle spielt.

Diesen tollen gegrillten Tintenfisch mit Knoblauch und Rosmarin habe ich gestern in einem italienischen Restaurant in Bad Homburg gegessen – der Hammer!

#5: Kenne dich selbst oder lerne dich kennen

Laut meiner Ernährungsberaterin ist Süßkram erlaubt. Natürlich in kleinen Mengen und überhaupt selten (das Bild ist aus der Zeit davor), aber es ist nicht unbedingt verboten. Ich esse allerdings keinen, also gar keinen. Weil ich weiß, dass es mich aus der Bahn werfen und ich wieder auf den Geschmack kommen würde. Ich wünschte, ich wäre kontrollierter, bin ich aber nicht. Und weil ich mich selbst da sehr gut einschätzen kann, gehe ich der Versuchung einfach ganz aus dem Weg. Das ist weitaus einfacher, als mit dem Feuer zu spielen.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s