glueckskind in Berlin: Von freier Liebe, Sitztänzern und italienischen Katzen

Am Samstag haben wir glueckskind und Michas Songs in der Buchhandlung Primobuch in Berlin-Steglitz präsentiert – für uns eine sehr spannende und schöne Erfahrung. Denn bisher sind wir mit unserem Lesungsprogramm ja „nur“ in und um Frankfurt aufgetreten. Diesmal war die Anreise also etwas weiter und die Aufregung auch ein klein wenig größer.

Während wir am Samstagnachmittag auf dem Weg zur Location im Bus durch Berlin schaukelten, eingekeilt zwischen Michas verschiedenen Instrumentenkoffern und meiner großen Lesungstasche, sprachen wir darüber, wie sich das Publikum wohl von dem unserer bisherigen Lesungen unterscheiden würde. Und eigentlich waren wir uns fast einig, dass es, Berlin hin oder her, bestimmt wie immer werden würde: Anders.

Denn keine unserer bisherigen Lesungen lässt sich wirklich mit einer vorherigen vergleichen, auch wenn es das gleiche Programm war. Immer waren die Reaktionen der Leute anders, die Lacher kamen an unterschiedlichen Stellen, die Gespräche im Anschluss waren unverwechselbar. Und so war es tatsächlich auch diesmal. Viele haben mit geschlossenen Augen zugehört, eine Frau in der ersten Reihe hat – mit Bier in der Hand – im Sitzen regelrecht zur Musik getanzt, so begeistert war sie davon. Und weil die Stimmung so nett war, habe ich zum ersten Mal improvisiert und noch ein klein wenig mehr von den Hippies vorgelesen. Das kam vor allem bei einer Dame gut an, die sich mir in der Pause als „68erin“ vorstellte und mich schnell in ein interessantes Gespräch über offene Beziehungen und Lebenskonzepte hineinzog. Schade, dass die Pause nur 15 Minuten dauerte – ich hätte mich gern länger mit ihr unterhalten.

Michas großer Moment schlug dann übrigens noch einmal ganz am Ende, als das Publikum eine Zugabe verlangte (auch eine Premiere) – und er sehr zu meiner Überraschung ein wunderbares italienisches Lied über eine Katze aus dem Hut zauberte. Klasse! :)

Ich glaube, Berlin ist für uns unbekannte Künstler ein ganz dankbares Pflaster, weil dort viel Underground-Kultur stattfindet – wahrscheinlich noch mehr als in Frankfurt. Für uns hat jedenfalls alles gepasst. Vielen Dank, liebe Judith Moser, das Sie uns Ihre wunderbare Buchhandlung zur Verfügung gestellt haben, in der es sogar eine Künstlergarderobe gab.

Nächste Woche lese ich – zur Abwechslung mal alleine – in der Lutherkirche in Frankfurt-Bornheim, weitere Infos folgen heute Nachmittag hier.

Was Lesungen außerhalb von Rhein-Main angeht, sind wir auf den Geschmack gekommen und würden künftig gerne öfter „in der Fremde“ lesen. Wenn jemand von Euch also eine Idee für Köln, München oder Hamburg hat, eine lesungsbegeisterte Buchhandlung kennt oder Kontakt zu einem aktiven Kulturkreis hat, gerne immer her damit: anne.zegelman[at]web.de.

Und jetzt kommen noch jede Menge Fotos zum Durchklicken. :) Danke an Wiebke Becker und viele andere fleißige Fotografen, die unseren Auftritt so schön dokumentiert haben.

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