#lifestyle: Wie KonMari mich vom emotionalen Ballast meiner Kleidung befreit hat

Wenn Marie Kondo ins Haus kommt, steuert sie meist direkt das Schlafzimmer an. Denn dort steht der Kleiderschrank – und bei den meisten Leuten beginnt hier das vollgestopfte Chaos. Die Kleidung steht deshalb auch ganz oben in der Kondoschen Chronologie des Ausmistens:

  1. Kleidung
  2. Bücher
  3. Dokumente
  4. Komono (Krempel aus Küche, Flur, Abstellraum, Keller, Garage usw.)
  5. Sentimentales

Nun ist denen, die mich auf meiner Reise durchs Aussortieren begleiten, bestimmt schon aufgefallen, dass ich ganz entgegen der Liste nicht mit den Klamotten angefangen habe.

Das war gar nicht unbedingt eine bewusste Entscheidung, ich fand nur einfach die Vorstellung, mit dem größten Punkt anzufangen, nicht gerade motivierend. Ich finde auch außerdem, dass man Konzepte ruhig für den eigenen Gebrauch anpassen darf.

Nach Erinnerungen (5), Dokumenten (3) und Büchern (2) habe ich mich am Samstag nun also an die Kleiderschränke gemacht. Und was soll ich sagen, zwischendrin war ich kurz davor, die Nerven zu verlieren.

Denn die Begegnung mit meiner Kleidung war das wahrscheinlich extremste Kondo-Erlebnis.

Lustigerweise habe ich gerade Klamotten regelmäßig in den letzten Jahren aussortiert, weil ich weiß, dass ich dazu neige, zu viel billiges Zeug zu kaufen, es einmal anzuziehen, es dann schon nicht mehr lieb zu haben und anschließend in die Ecken zu stopfen. Deshalb schleppe ich regelmäßig zwei, drei große Säcke voller Fehlkäufe zum Altkleidercontainer. Schlimm genug, aber dadurch habe ich das Klamottenchaos zumindest halbwegs unter Kontrolle. Dachte ich.

Was mich wirklich überrascht hat, war, wie sehr sich das Aussortieren diesmal von dem unterschieden hat, was ich bisher dafür gehalten habe. Ich habe am Samstag auch Sachen ausgemustert, von denen ich niemals dachte, dass ich sie loslassen könnte. Deshalb hatte ich schnell einen ziemlich hohen Berg beeinander. Monte Klamottino.

Es gibt ein Foto von mir, auf dem ich im Schlafzimmer auf dem Berg sitze, ungeschminkt, in Jogginghose und ohne BH unterm Pulli. Darauf sieht man mir ziemlich deutlich die Anstrengung an und die Verwirrung, weil plötzlich alles so chaotisch ist und die emotionale Klamottenlast vieler Jahre aus dem Schrank befreit wurde. Das Bild werde ich hier aber nicht posten, denn sooo hübsch ist es jetzt auch wieder nicht. ;)

Schätzungsweise habe ich die Hälfte von dem, was ich an Kleidung besitze, weggetan.

Und ich frage mich, warum mir das diesmal gelungen ist, nachdem ich an einigen Teilen  viele Jahre regelrecht geklebt habe. Ich glaube, Marie Kondo hat mir die emotionale Grundlage entzogen, an Dingen festzuhalten, die ich nicht liebe. Und mir erlaubt, mich sogar von denen zu trennen, die ich nur liebe, weil sie mich an etwas erinnern. Aber ich habe verstanden, dass ich sie nicht behalten muss, um mit dem, wofür sie stehen, verbunden zu bleiben. Stattdessen danke ich ihnen und lasse sie fliegen, zusammen mit der Vergangenheit, die damit dann auch genau das ist: vergangen.

Und so haben sich sehr schnell sehr viele schwarze Müllsäcke gefüllt, die nun nach und nach zum Altkleidercontainer gefahren werden müssen.

Das, was bleiben darf, habe ich entweder auf Bügel gehängt oder im Kondo-Style gefaltet und in einer Schublade verstaut. Das sieht ordentlich aus – und „total stylish“, findet auch Björn.

Nun bleibt noch Punkt 4 (Komono) auf der Liste. Stay tuned.


Weitere Blog-Artikel zu meinen Erfahrungen mit Marie Kondos Ordnungskonzept:

> Entrümpeln mit KonMari (14. Januar)
> Bücher aussortieren nach KonMari – das habe ich dabei gelernt (21. Januar)

4 Comments

      1. carasmelody

        ich…wie hast du es genannt? adaptiere ihre Methode :) Hab mit dem Sentimentalen angefangen, des war hart. Der Rest dann in ihrer Reihenfolge.. ging leichter!

  1. dezembra

    Und machst du das auch, wie von ihr vorgeschlagen, nach Kategorien? Also dass du zur Kleidung auch Mäntel, Schürzen, Mützen und Gartenschuhe zählst und nicht nach Raum vorgehst?

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