Veränderungen // der Büroumzug

Heute ziehe ich um. Und zwar mit meinem Büro. Ich arbeite in einem wirklich sehr schönen Gebäude in der Frankfurter Altstadt mit Blick auf den Dom, eine Traumlage. Am Dienstag vor sechs Jahren habe ich hier angefangen – und hatte seitdem ein schönes, großes, helles Einzelbüro im zweiten Stock. Die allermeisten Möbel waren schon da, als ich am ersten Tag nervös durch die Tür kam. Die Atmosphäre ist nach und nach eingezogen mit bunten Postkarten, Topfpflanzen, Bildern. Ich richte mir meinen Arbeitsplatz gerne persönlich ein, immerhin verbringe ich viel Zeit in meinem Büro.

Nun beginnt ein neuer Abschnitt, ich verlasse den zweiten Stock und ziehe, freiwillig, in ein deutlich kleineres Büro ein Stockwerk darüber. Ich habe mich dafür entschieden, um näher bei meinen beiden Teams zu sein. Bisher war ich aus strukturellen Gründen eher den anderen Medienschaffenden zugeordnet, die andere Arbeitsbereiche betreuen. Mehr Sinn ergibt aber, bei denen zu sitzen, mit denen man inhaltlich arbeitet. Darauf freue ich mich nun, da sich die Möglichkeit ergeben hat, näher zusammenzurücken.

Weil ich mich gerne so persönlich einrichte, hat es in den vergangenen Tagen nun einige Zeit gedauert, bis ich meine zahlreichen Bücher, Ordner, Bilder, Pflanzen, Dekogegenstände und vieles mehr eingepackt hatte. Heute morgen nun steht alles in Umzugskisten und Wäschekörben bereit, um gegen Mittag von der Haustechnik ins neue Büro gebracht zu werden. Ich war überrascht davon, wie sehr sich das nach Umzug anfühlt. Und wie emotional das plötzlich ist, ein Büro auszuräumen.

Das liegt einerseits daran, dass sich, höher noch als die Bücher und Papiere, in diesem Raum Erinnerungen stapeln. Auch sehr persönliche – Geschenke, die liebe Menschen aus dem beruflichen Kontext mir gemacht haben, Karten und Zettelchen und Briefe, die mich gerührt haben und die ich aufgehoben habe. Andererseits liegt es daran, dass ich vergangenes Jahr, als ich durch meine Trennung ging und alles sich plötzlich aufzulösen schien und veränderte, hier einen verlässlichen, gleichbleibenden Platz hatte. Wie sehr mir das in meiner privaten Situation geholfen und welche Bedeutung das für mich gehabt hat, merke ich erst jetzt, da ich diese Verlässlichkeit aufgebe.

Aber ich kann das jetzt. Denn der Rest meines Lebens ist jetzt, wenn auch noch nicht komplett geordnet, doch so auf Kurs, dass ich mich traue – und deshalb die Gelegenheit ergreife. Dem oder der Nächsten, die das schöne große Büro im zweiten Stock bezieht, wünsche ich, dass es ebenso ein Arbeitszuhause wird, wie es das für mich war. Und ich freue mich auf mein neues, kleines, sehr kleines Büro. Denn erstmals entscheide ich selbst, welche Möbel ich dorthin mitnehme. Und das geht gut, weil ich meinen Job und das, was ich dafür brauche, um meine Arbeit gut zu machen, nach sechs Jahren kenne. Ich weiß, ich brauche keinen riesigen Schrank und keinen umfangreichen Stauraum, wie ich ihn hier zur Verfügung hatte und nicht genutzt habe.

Auf in ein neues Arbeitslebenskapitel. :) Ich freu mich drauf!

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