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Buchschreiben: Fame

Ich dachte ja immer, ein Low-Budget-Projekt sei eine große Herausforderung. Doch eins steht fest: Ein No-Budget-Projekt ist eine noch viel größere. Morgen findet das Fotoshooting für die Bilder in meinem Buch statt, für die es kein Budget gibt. Fotograf, Model, Assistent – alle arbeiten umsonst und für die gute Sache. Für den Fame sozusagen. ;) Falls Ihr Euch das schon länger fragt: Ich werde zwar später an jedem verkauften Buch beteiligt, allerdings geht es dabei um Pfennigbeträge – und wird in Gänze für ein „gemeinsames Abendessen mit Ihrem Freund langen“, wie mir der Verleger sagte. Nun ja, meine Motivation ist sowieso eine andere. Ich bin also durchaus mit im Fame-Boot.

Klar machen wir das alle nicht für Geld. Und natürlich bin ich dem wunderbaren Fotografen Robin Kehl und meiner lieben Kollegin Deliah, die als Model einspringt, sehr, sehr dankbar. Beide sind so engagiert und inspirieren mich mit ihren bunten, jungen Ideen. Das ist klasse, und ja, Robin und Deliah haben am Ende des Tages schon auch etwas von der vielen Arbeit, die sie investieren. Sie bekommen den Gegenwert, dass sie unser Buch in ihr eigenes Portfolio aufnehmen können. Und als junger Fotograf an einem Buch mitgewirkt und den Stil der Fotos maßgeblich mitbestimmt zu haben ist schon eine tolle Sache. Doch auf der anderen Seite frage ich mich, schon seit ich selbst Texte und Gedichte veröffentliche, warum es für Kunst eigentlich so gut wie nie Geld gibt. Kunstschaffende sollen Gedichte, Gemälde, Musik und mehr gefälligst in ihrer Freizeit absondern – und abgesehen davon einem vernünftigen Beruf nachgehen. Dabei ist das alles so viel Arbeit, dass es schon ohne zusätzlichen Brotjob genügen würde!

Anne mit LaptopZur No-Budget-Problematik gehört natürlich auch die Ausstattung. Als wir anfingen, unser Fotoshooting zu planen, wollten wir allerhand tolle fancy Sachen auf den Bildern haben, Neues kaufen, coole frische Styles von angesagten Designern. Doch ohne Budget ist das so eine Sache – und so richtig begeistert war keiner der Designer, bei denen wir in den letzten Wochen angefragt haben, von der Idee, uns kostenlos die wertvollen Kleider und Accessoires zur Verfügung zu stellen. Gut, dass Deliahs Kleiderschrank so ziemlich alles hergibt, was wir für ein modisches Shooting brauchen. Und die Kulissen für unsere Fotos gibt es ja sowieso gratis im tollen bunten Frankfurt.

Besonders freue ich mich, dass wir in den letzten Tagen doch noch einiges an Zubehör zusammen sammeln konnten. Das außergewöhnlichste Requisit ist sicher das Pferde-Zaumzeug mit Scheuklappen, das Deliah in einer Aufnahme tragen soll. Auch wenn es lange nicht so aussah, als würden wir jemanden finden, der uns eins ausleiht, hat dann doch noch alles geklappt: Mein ehemaliger Nachbar Alex hat von der Aktion Wind bekommen und sich dankenswerterweise an seinen Freund Fred erinnert, der Pferde und auch eine Kutsche besitzt. Fred ist ein ganz hilfsbereiter, sehr netter Mensch und hat sofort zugestimmt, uns ein paar Scheuklappen auszuleihen. Gestern habe ich sie in Frankfurt bei ihm eingesammelt, wie Ihr auf dem Foto seht. Fred und seine Familie sind erfolgreich im Pferdesport; auch die Taunus Zeitung hat schon über sie berichtet.

Scheuklappen Fred

Menschen wie Fred, Alex, Robin, Deliah und noch vielen mehr ist es zu verdanken, dass die Arbeit an meinem Buch keine einsame Ein-Frau-Geschichte ist, sondern zu einer fantastischen Reise mit vielen netten Begegnungen wird, an deren Ende nur ein Schluss stehen kann: Dass die Welt ein guter Ort ist und viele Menschen einfach nur gutherzig, hilfsbereit und offen sind. Danke allen, die dazu beitragen, meinen Lebenstraum zu erfüllen! Ihr seid großartig! :)

Drei Punkte

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3 thoughts on “Buchschreiben: Fame”

  1. Hey Dezembra,

    zu der Frage nach Kunst und Geld muss ich einfach etwas schreiben, denn dieses Thema geht auch mir immer wieder durch den Kopf. Ich kann nur für mich sprechen, doch aus zurückliegenden Gesprächen – insbesondere mit einer Designerin, mit der ich einmal befreundet war – schließe ich, dass dies nicht nur für mich gilt: Künstler im weitesten Sinne schaffen nicht für einen Zweck der außerhalb der Sache liegt. Der Künstler schafft aufgrund von innerem Antrieb, ein Feuer, dass im Menschen brennt.

    Letztendlich ist der Künstler vielleicht sogar tatsächlich begnadet, denn die Kunst ist auch ein Ventil. Gäbe es dieses Ventil nicht, wer weiß, was dann geschähe. Künstler und der Psychopath sind vielleicht nur zwei Extreme des selben Ursprungs…

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